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Es ist eine schwierige Zeit momentan und für die meisten geht diese mit ungewollten, unverhofften und zum Teil auch beängstigenden Veränderungen einher. Eine Krise, die in dieser Form für alle vor Kurzem noch unvorstellbar war, ist jetzt bittere Realität geworden. Und obwohl es unzählige Berichte, Artikel und Meinungen gibt – sowohl positive als auch negative oder einzelne Themenschwerpunkte beleuchtet werden – sollten wir eins nicht vergessen: Egal in welcher Form Veränderung stattfindet, es gibt immer zwei Seiten der Medaille.

Was sich aktuell am stärksten hervorhebt – und manch einen überraschen mag – ist der Zusammenhalt. Statt Ellbogen raus und die eigenen Schäfchen ins Trockene bringen, gibt es ein neu erwachtes Engagement für den anderen und für die Gesellschaft. Eine neue Form der Solidarität zeichnet sich ab und hinterlässt eine polarisierende Spur. Trotz sozialer Distanzierung vereint und zusammen zu sein, scheint wichtiger den je. Jeder will seinen Teil dazu beitragen – ob klein, ob groß.

Ganz gleich, ob es sich nur um eine gute Tat für die alte Dame von nebenan handelt, der Lieblingsladen um die Ecke fleißig unterstützt wird und »Support your locals« auf jedem Instagram-Account erstrahlt, oder große namhafte Marken ihre Produktion auf einen neuen Sektor ausrichten. Es werden neue Bündnisse geschaffen. Bündnisse, die zuvor vielleicht in der ein oder anderen Konstellation undenkbar waren, bei denen Konkurrenten plötzlich Partner auf Zeit werden. Ganz im Sinne von »Zusammen sind wir stark«, »Gemeinsam schaffen wir es«. 

Nur was heißt das in Zukunft genau? Und: Wie nachhaltig wird diese Entwicklung sein?

Wird es bei dieser neu gewonnen Solidarität bleiben und die neu gelebten Werte weiterhin für positive Entwicklungen sorgen? Oder ist es nur ein aktueller Trend, auf den alle aufspringen, weil er gerade einfach ein gutes Image macht? 

Diese Fragen stellen sich zurzeit sehr häufig. Was dabei klar ist: Die Werte und Haltungen verändern sich und werden auch in Zukunft einen noch größeren Stellenwert haben. Die meisten Marken hatten die Themen Purpose und Haltung in den letzten Jahren bereits auf der Agenda. In dem Moment, wo große Herausforderungen und unvorhersehbare Hürden gemeistert werden müssen, offenbart sich jedoch, wer sich nicht nur mit dem Thema beschäftigt, sondern es umfassend und tief greifend verinnerlicht. Ist es ein reines Kommunikationsthema? Oder wird es im Unternehmen in allen Bereiche gelebt und tief in seiner Kultur verankert?

Auch Kunden werden immer kritischer. Gerade für Marken werden Authentizität, Nachhaltigkeit und Diversität daher an vielen Stellen relevante Entscheidungsfaktoren, die in Zukunft noch stärker in den Vordergrund rücken. Dabei wird es immer wichtiger zu wissen, welche Rolle man in der Welt von morgen spielen will und welchen Platz man in der Gesellschaft einnimmt. Für den Kunden wird die Identifikation mit der Marke zur gelebten Solidarität.

Natürlich wird sich auch hier der ein oder andere Trittbrettfahrer einschleichen. Das ist unvermeidlich. Aber mit der Zeit wird es sich schnell zeigen, bei wem es sich nur um eine Marketing-Hülse handelt und wer diese Werte wirklich von innen heraus authentisch lebt.

Die Zeit für eine verantwortungsvolle Markenführung ist jetzt. 

Dabei geht es jedoch nicht mehr nur um die eigenen Bedürfnisse einer Marke. Statt Absatz und Aufmerksamkeit, geht es nun vielmehr darum, welchen sinnvollen Beitrag die Marke im Leben eines jeden einzelnen Menschen leisten kann und welchen Teil sie zur Gesellschaft und Gemeinschaft beiträgt.

Lasst uns dabei jedoch eins nicht vergessen: Uns. Und unsere ganz eigene Rolle als Teil des großen Ganzen. Es sind nicht nur die Marken in der Pflicht mit einem guten Beispiel voranzugehen. Sondern es liegt vielmehr auch an uns, an unseren persönlichen Werten, unserer Haltung und vor allem unserem eigenen Handeln.

Wir alle tragen unseren Teil dazu bei. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft.

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